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Volksbegehren zum Schutz des Wassers

Amtliche Bekanntmachung der Hansestadt Lübeck 

Volksbegehren zum Schutz des Wassers

Gemäß § 16 Absatz 2 Satz 3 des Gesetzes über Initiativen aus dem Volk, Volksbegehren und
Volksentscheid (Volksabstimmungsgesetz - VAbstG) in der Fassung der Bekanntmachung vom
5. April 2004 (GVOBl. Schl.-H. S. 108), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 14. Juni 2016
(GVOBl. Schl.-H. S. 362), Ressortbezeichnungen ersetzt durch Artikel 18 der Landesverordnung vom 16. Januar 2019
(GVOBl. Schl.-H. S. 30), wird zur Durchführung des Volksbegehrens zum Schutz des Wassers bekannt gemacht:

1. Gegenstand des beantragten Volksbegehrens ist der nachfolgende Gesetzentwurf mit Begründung 

Gesetz zur Änderung des Landeswassergesetzes und des
Landesverwaltungsgesetzes des Landes Schleswig-Holstein

Artikel 1
Änderung des Landeswassergesetzes

Das Wassergesetz des Landes Schleswig-Holstein (Landeswassergesetz) in der Fassung vom
11. Februar 2008 (GVOBl. 2008, 91), zuletzt geändert durch Verordnung vom
16.01.2019 (GVOBl. 2019, 30), wird wie folgt geändert:

1. § 1 Absatz 1 wird wie folgt neu gefasst:

„Dieses Gesetz gilt für folgende Gewässer:
1. oberirdische Gewässer,
2. Küstengewässer,
3. Grundwasser, unabhängig vom Gehalt an löslichen Bestandteilen, und für das nicht aus
    Quellen wild abfließende

 Es gilt auch für Teile dieser Gewässer.“

2. Die Überschrift von § 7 wird wie folgt neu gefasst: 

„§ 7 Erdaufschlüsse (zu § 49 WHG)“

3. Nach § 7 Absatz 1 werden die folgenden Absätze eingefügt:

„(2) Wer Erdarbeiten oder Bohrungen vornimmt, ist für dadurch verursachte nachteilige qualitative
und quantitative Veränderungen eines Gewässers sowie dadurch verursachte Schäden verantwortlich.

(3) Die Wasserbehörde hat die Arbeiten zu untersagen und die Einstellung begonnener Arbeiten
anzuordnen, wenn eine Verunreinigung oder nachteilige quantitative Veränderung von
Gewässern zu besorgen oder eingetreten ist und die Schäden nicht durch Inhalts- und
Nebenbestimmungen verhütet, beseitigt oder ausgeglichen werden können. Die Wasserbehörde
kann die Wiederherstellung des früheren Zustands verlangen, wenn Rücksichten auf den Wasserhaushalt dies
erfordern

(4)Die unvorhergesehene Erschließung von Grundwasser haben der Vorhabenträger so- wie
der mit den Arbeiten Beauftragte der Wasserbehörde unverzüglich mitzuteilen. Die Arbeiten, die zur Erschließung
geführt haben, sind einstweilen einzustellen. Die Wasserbehörde trifft die erforderlichen Anordnungen.“

4. Der bisherige Absatz 2 wird zu Absatz

Artikel 2
Änderung des Landesverwaltungsgesetzes

Dem § 88a des Allgemeinen Verwaltungsgesetzes für das Land Schleswig-Holstein (Lan-
desverwaltungsgesetz - LVwG -) in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Juni 1992
(GVOBl. 1992, 243, 534), zuletzt geändert durch Gesetz vom 13.02.2019 (GVOBl. 2019, 42),
wird der folgende Satz angefügt:

„Dies gilt nicht, wenn das öffentliche Interesse an der Bekanntgabe überwiegt.“

 Begründung:

Zu Artikel 1 Nr. 1 (§ 1 Landeswassergesetz):
'Es wird klargestellt, dass auch tiefes Grundwasser - unabhängig von seiner Qualität (z.B.
„Sole“) und Verbindung mit anderem Grundwasser - Grundwasser im Sinne des Wasser- rechts ist.
Auch wenn Tiefenwasser keine ohne weiteres nutzbare Qualität aufweist, kann es doch für
zukünftige Nutzungen in Betracht kommen und darf nicht - beispielsweise durch Verpressung
giftiger Rückstände - beeinträchtigt werden.

Zu Artikel 1 Nrn. 2-4 (§ 7 Landeswassergesetz):
Diese Änderungen sind in Anlehnung an § 43 des Wassergesetzes des Landes Baden-
Württemberg formuliert. Bisher fehlen im Landeswassergesetz SH entsprechende Regelungen
zum Schutz des Wassers.

Zu Artikel 2 (§ 88a Landesverwaltungsgesetz):
Bisher werden die Pläne von Erdölkonzernen vielfach der Öffentlichkeit vorenthalten, um
„Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse“ der Unternehmen zu schützen. Die Gesetzesänderung
schafft die eindeutige Grundlage dafür, dass Behörden in Fällen überwiegender öffentlicher
Interessen auch Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse veröffentlichen können. In Artikel 53 der
Landesverfassung und § 10 des Informationszugangsgesetzes findet sich eine vergleichbare
Regelung, so dass eine Angleichung der Gesetzesvorschriften angezeigt ist.

Eine Veröffentlichung von Antragsunterlagen ermöglicht zivilgesellschaftlichen Organisationen,
Stellung zu Anträgen zu nehmen und der zuständigen Behörde damit möglicherweise verbundene
Probleme aufzuzeigen. Beispielsweise ist die Kenntnis der in Arbeitsplänen genannten
Gesteinsschichten erforderlich, um beurteilen zu können, ob solche Vorkommen nur unter
Anwendung des Fracking-Verfahrens ausgebeutet werden können oder nicht.“

2.  Amtliche Eintragungsräume, Eintragungszeiten
In der Hansestadt Lübeck kann die Eintragung zur Unterstützung des Volksbegehrens zum
Schutz des Wassers in folgenden amtlichen Eintragungsräumen vorgenommen werden:

Die Unterschriftenlisten werden im Verwaltungszentrum Mühlentor ausgelegt.
Auslegeort: 
Infothek am Haupteingang
Anschrift:
Kronsforder Allee 2 – 6,  23539 Hansestadt Lübeck
Servicezeiten: 
Mo. 08:00 - 12:00 Uhr
Di.   08:00 - 12:00 Uhr
Mi.  geschlossen
Do.  08:00 - 18:00 Uhr
Fr.   08:00 - 12:00 Uhr

3. Eintragungsfrist
Die Frist, innerhalb der das Volksbegehren durch Eintragung unterstützt werden kann,
beträgt sechs Monate. Sie beginnt am 02.September 2019 und endet am 02. März 2020.

Lübeck, 05.08.2019     

Hansestadt Lübeck
Bürgermeister
Jan Lindenau

Informationen
  • Veröffentlicht am:
    26.08.2019
  • Ablauf der Bekanntmachung am:
    02.03.2020